Victoria - Villarrica

23. Januar 2008

Victoria - Curacautín - Salto de Principesa - Malalcahuello - Cuesta Las Raices - Lonquimay - Liucura - Marimenuco - Icalma - Melipeuco - Cunco - Río Colico - Villarrica

ca. 362km


Morgens um 6h00 Uhr kamen wir in Victoria an. Da sassen wir nun im Bus-Warteraum mit unseren zwei Kartons. Der Moment ist gekommen - es geht los! Auspacken, zusammenschrauben, pumpen, Taschen packen, Riemli montieren, Staerkung und erste Bananen (wird wohl nicht die letzten bleiben) und alle schauen gespannt zu. Und nun sind wir so weit - 9h00: vamonos!!!

Uebrigens stellen wir uns auf eine erste Regenetappe ein… Es nieselt ganz leicht. Das truebt uns aber nicht - wir freuen uns riesig!

An der Bomba jagen wir richtig Luft in unsere Pneus und dann geht’s auf einer geteerten Strasse los Richtung Curacautín. Schon bald koennen wir unsere Jacken wieder ganz unten verstauen, wir grillen in der Sonne und vergehen fast vor Hitze. Unterwegs erhaschen wir den ersten Blick auf den Llaima Vulkan, der am 1. Januar 2008 ausgebrochen ist. Am ersten Abend campieren wir an einem Bach im Wald neben der Strasse. Abgesehen vom Besuch eines Rindes verbrachten wir eine ruhige Nacht.

In Curacautín erfahren wir, dass wir, obwohl der Llaima wieder ganz ruhig ist, nicht durch den Nationalpark Conguillo fahren duerfen/koennen - Sicherheitsmassnahmen! So fahren wir rund um den Park ueber das Skigebiet Cuesta las Raices - wo wir das erste mal Bekanntschaft mit den Schotterstrassen machen - weiter nach Lonquimay, Liucura, Marimenuco nach Icalma. Auf Liucura freuten wir uns riesig, da wir dort unbedingt Mittagessen wollten. Das «Dorf» entpuppte sich aber als Grenzposten mit zwei drei Haeusern. Bei der Cafeteria am Grenzposten war die Hoelle los, da gerade ein paar Busse auf die Abfertigung warteten. So kehrten wir nochmals um, denn kurz vor dem Dorf sahen wir ein Schild «Restaurant». Ohne etwas zu bestellen (wir fragten nur, ob wir was essen koennen) wurde uns ein super 3-Gaenger serviert. Bua waren unsere Baeuche voll…. und draussen war eine riesen Hitze… Abends uebernachten wir an einem kleinen Baechlein in Marimenuco, wo uns die Kids vom «Dorf» (alles Cousins) besuchen. Der juengste Spross (3 Jahre) erklaert uns dann ganz gross, dass es nicht «BUS» heisst, sondern nur «BU». Tja, das chilenische Spanisch. Hauptsache alles abkuerzen, verkleinern und verschlucken… Wir tun uns noch ein bisschen schwer…. Aber das kommt schon ;-)

In Icalma lernen wir Gerhard (ein Deutscher, der seit 30 Jahren mit seiner Familie in Chile lebt) kennen, der mit einem Lager mit Mapuche Jugendlichen am See verweilt. Er laedt uns spontan ein, mit ihnen Mittag zu essen, was wir natuerlich gerne annehmen. Uns gefaellts und wir stellen unser Zelt gleich auch dort auf und geniessen den Nachmittag am See.

Die Strecke nach Melipeuco ist super schoen, doch die Schotterstrasse macht uns fertig. Vor allem, weil wegen dem San Sebastian (Feiertag) etwa 15km vor Melipeuco ein riesen Markt / Fest stattfindet und die Leute gleich Busweise hingekarrt werden. Der Verkehr ist wirklich unglaublich gross. Der Verkehr auf der Strecke waere ja nicht das Problem. Die Autofahrer sind bis jetzt wirklich sehr ruecksichtsvoll. Aber wir fahren somit 15km in einer riesen Staubwolke und kommen nur muehsam vorwaerts.

Endlich in Melipeuco angekommen, goennen wir uns ein Hostal mit warmer Dusche - was fuer eine Wohltat!

Ueber Cunco fahren wir auf der Ruta Interlagos (natuerlich Schotterpiste) Richtung Villarrica. Als wir den Río Colico ueberqueren, lacht uns ein Bad im Fluss an. Da uns der Bauer auch gleich anbietet, bei ihm auf dem Land am Fluss zu zelten, schlagen wir unser Zelt fuer die Nacht auf. Das Bad im glasklaren und angenehm kuehlen Wasser ist der Hammer…. Was fuer ein Leben - wir geniessen’s!!!

Nun sind wir in Villarrica und wohnen hier in einem Hostal von zwei Schweizern (la torre suiza), welche nach einer halben Weltumradlung hier haengen geblieben sind. Nach 8 Tagen radeln sind die Beine etwas gummig und wir erholen uns hier umgeben von vielen Schweizern, u.a. auch ein Paar mit dem Tandem. Unser Koerper hat sich aber sehr gut eingestellt auf dem mehr oder weniger moderaten Start mit den Velos. Der Arsch ist noch nicht wund, die Muskeln noch nicht verkatert und Dominiks Kniee halten…

In diesem Sinne, sonnige Gruesse aus Villarrica bei 35 Grad ;-)

Dominik & Ivonne

Fotos findet ihr aquí