Trevelin - Coyhaique

20. Februar 2008

Trevelin - Futaleufú - Villa Santa Lucia - La Junta - Puyuhapi - Villa Amengual - Villa Mañihuales - Coyhaique

Total bis jetzt: 1’572km, 20’232 Hoehenmeter


Erholt machten wir uns in Trevelin bei schoenstem Wetter auf den Weg zurueck Richtung Chile nach Futaleufú. Dort kauften wir kurz ein, holten Geld und fuhren gleich noch ein paar Kilometer weiter zu einem tollen See, wo wir einen traumhaftschoenen Campingplatz mit Seesicht ergatterten. Die verdiente Abkuehlung im See hat natuerlich auch nicht gefehlt! In der Nacht regnete es ein bisschen, doch am naechsten Tag fuhren wir wieder bei Sonnenschein weiter nach Villa Santa Lucia - unser Einstieg in die Carretera Austral.

Und passend zur Carretera kamen wir zu unserem ersten richtigen Regen. Auf der Etappe nach La Junta hat’s uns ziemlich deftig verschifft und wir mussten zum ersten mal die ganze Regenausruestung montieren. Auf halber Strecke wurden wir ploetzlich von zwei BS-Toeff ueberholt. Unser Basler Herz schlug hoeher - und dies am Fasnachtsmittwoch!!! In La Junta treffen wir die Jungs in einer Beiz, wo sie bereits eine «Milanese» (= Schnitzel) Vorsprung hatten. Wir warten den ganzen Nachmittag auf eine regenfreie Minute, um eine Unterkunft zu suchen. Es folgt ein gemuetlicher Abend mit vielen lustigen Reise-Gschichtli bis zum «Aendschtreich».

Wir haben uns eigentlich schon auf einen Ruhetag in La Junta eingestellt, als um 10 Uhr ploetzlich die Sonne ins Zimmer scheint. Ploetzlich Hektik, einkaufen, fruehstuecken, packen und los geht’s. Leider nicht mehr mit gleich viel Sonnenschein. Die 48km nach Puyuhapi verlaufen recht locker alles ziemlich flach (= stetiges hoch und runter). Zum Schluss geht es aber maechtig runter bis auf Meereshoehe nach Puyuhapi, wo wir eigentlich in einem deutschen Kaffee Kuchen essen wollen. Das Kaffee ist aber zu und so kaufen wir nur kurz ein und fahren noch weitere 16km bis zu einem netten Campingplatz. Zum Glueck gibt’s dort Quinchas (= gedeckter Platz mit Tisch und Baenken), so koennen wir im Trockenen kochen und die mitgeschleppten cervezas leeren.

Am anderen Tag kommt ploetzlich wieder Hektik auf, da die weiterfuehrende Strasse angeblich von 10 - 14 Uhr gesperrt sein soll. Wir dachten, dass wir den gesperrten Teil bereits am Vorabend hinter uns gebracht haben. So gibt’s im Stehen Brot mit Schoggi zum Fruehstueck und um 9:40 passieren wir die Barriere ohne Probleme - dachten wir zumindest. Die Strecke ist ziemlich muehsam, da es eine riesen Baustelle ist. Die Strasse wird verbreitert und immer wieder gibt es nur einspurig befahrbare Strecken. Bei einer muessen wir mehr als eine Stunde warten, ohne je zu wissen, wie lange es dauern wird… Die Baustelle endlich hinter uns gebracht, wartete der erste «Pass» (Cuesta Queulat) auf uns. In vielen Serpentinen geht es von fast Null auf 590 Meter ueber Meer. Angeblich soll aber die Rundsicht unglaublich imposant sein - wir sahen leider mehr Wolken als Berge und Gletscher… Die rasante Abfahrt ist viel zu kurz und schon bald geht’s wieder rauf und runter. Es fehlen noch 33km bis zum naechsten Dorf. Die letzten 7km sind neustens geteert, was den moerderischen letzten Anstieg etwas vereinfacht. Bei Marie im «El Indio» sind wir super untergebracht & wir bekommen eine heisse Dusche & ein feines Znacht. Was fuer eine Wohltat!!! Ein spanischer Velofahrer, den wir beim Baustellen-Stopp getroffen haben, kommt abends auch noch in die gleiche Unterkunft.

Bis zum naechsten Dorf sind’s nur 60km, wobei der Grossteil sogar geteert ist. Da es am morgen in Stromen schifft, warten wir ein bisschen ab. Ein Regenstopp nutzen wir, um noch vor dem Mittag aufzubrechen. Doch kaum unterwegs, gab es wieder alles… Die ca. 20 ungeteerten Kilometer stellen sich als schlimmer als erwartet heraus. Durch die Regenfaelle wimmelte es von Wasserloechern und wir fuhren Slalom. Der Strassenzustand war echt schlecht. Wieder auf dem Teer war vor allem der Kettenzustand schlimm. Es chroste und kratzte… Kein Wunder bei diesem Dreck und Schlamm. Die letzten Kilometer nach Villa Mañihuales waren super. Zum ersten mal konnten wir von tollem Rueckenwind profitieren!

Da es nach der Empanada-Pause aber schon nach 17.00 Uhr war, entschieden wir uns, nicht mehr weiter zu fahren (= 1. Fehlentscheidung) und da im Reisefuehrer stand, dass der Camping kein heisses Wasser hat, entschieden wir uns, zusammen mit Vincente in eine Hospedaje zu gehen (= 2. Fehlentscheidung). Die Hospedaje war ein riesen Loch und am anden morgen kaempften wir mit ziemlich starkem Gegenwind… So waren die ersten 40km ziemlich hart, obwohl es tendenziell eher runter ging. Danach kam ein Richtungswechsel und somit hatten wir auf den folgenden 50km den Wind eher im Ruecken. Das Wetter wurde auch immer besser und es wurde fast schon etwas heiss in den Regenhosen… Eine Ansteigung mit Tunnel, eine rasante Abfahrt und noch eine letzte harte Steigung bis in die Stadt Coyhaique. Im Reisefuehrer haben wir von einem super Hostal etwas ausserhalb gelesen. Wir verabredeten uns dort mit Vincente, der nach uns losfuhr. Eigentlich waeren 3km ausserhalb mit dem Velo ja auch kein Problem. Es ging aber steil runter, steil hoch und dann das gleiche nochmals auf einer super schlechten Schotterstrasse…. Das Hostal war dann soooo verlassen, dass wir uns, trotz bereits mehr als 90km in den Beinen, entschliessen, wieder in die Stadt zurueck zu kehren. Eine weise Entscheidung. Wir fanden ein Hostal gleich neben der Lavanderia (Waescherei) und nur unweit der zwei grossen Supermercados. Also ideal gelegen fuer ein paar Ruhetage ;-)

Abends um 20:00 Uhr gingen wir noch zum «Velofahrer-Treff» auf der Plaza, wo wir die beiden Hollaender (siehe Links) wieder trafen. Ein Franzose, den wir vor dem Supermercado getroffen haben, hat diesen Treff organisiert. Mit drei Chilenen, den beiden Hollaendern, zwei Amis und dem Franzosen tranken wir Maté und plaeuderlten ein Weilchen, bis es definitiv zu kalt wurde und wir endlich was Habbern gingen.

Nun sind wir schon den dritten Tag hier in Coyhaique, der letzten Stadt der Carretera Austral. Wir goennen unseren Koerpern eine Pause, unseren Kleidern eine dringend benoetigte Waesche und den Bikes einen Velomech, der die Gepaecktraeger-Fixierteils am Rahmen schweisst. Diese sind nun naemlich auch bei Dominik gebrochen… Zudem hat’s hier zwei grosse Supermercados und einen Hobbymarkt: Was fuer ein Happening, durch die Regale zu stoebern und mal was anderes kaufen zu koennen als Pasta und Tomatensauce. Wir geniessen’s!!!


Morgen geht’s weiter auf den zweiten Teil der Carretera Austral, der noch viel einsamer sein soll. Wir freuen uns!!!

Wir freuen uns uebrigens auch ueber all eure E-Mails und News aus der Schweiz, auch wenn wir es nicht immer schaffen, gleich zu antworten. Vielen Dank!!!

Herzliche Gruesse y un fuerte abrazo

Dominik & Ivonne



Fotos findet ihr aquí