Coyhaique - Cochrane

Freitag, 29. Februar 2008

Coyhaique - Villa Cerro Castillo - Puerto Murta - Puerto Tranquillo - Puerto Bertrand - Cochrane

Wie so meistens nach ein paar Ruhetagen tun wir uns am ersten Tag nach Coyhaique ein bisschen schwer. Die Knie schmerzen und wir spruehen beide nicht vor Energie… So stoppen wir nach 60 geteerten Kilometern und immerhin ueber 1200 Hoehenmetern vor dem eigentlichen Paso Ibañez auf einem super schoenen CONAF Camping bei der Laguna Chiguay. Wir sind alleine und heizen beim «baño» den Ofen ein, damit wir zu einer heissen Dusche kommen, feuern dann bei unserem Grill kraeftig ein & geniessen einen gemuetlichen Abend mit 3-Gaenger (Suppe, Spaghetti und zum Dessert Popcorn).

Am naechsten Tag erreichen wir dann relativ locker den Paso Ibañez mit 1120 Meter über Meer und halten uns bei der Abfahrt wohl zum ersten mal nicht an die Geschwindigkeitsvorschriften von 30kmh ;-) Das Wetter ist traumhaft und die Aussicht auf den majestätischen Cerro Castillo unbeschreiblich schoen. Wir stoppen, machen Fotos, fahren, stoppen, machen Fotos… In Villa Cerro Castillo kaufen wir Brot und lunchen im schattigen Garten der Baeckerei - hmmm muy rico!!! Der 8km lange Abstecher zu alten Felsmalereien ist wegen der schlechten Strasse und der Hitze vor allem sehr anstrengend… Weiter gehts ueber Stock und Stein und die ersten paar Kilometer sind richtig fordernd. Es ist steil und der Schotter ist unglaublich tief. Zudem sind die Kurven zum Teil so schraeg in die Landschaft gebaut, dass wir uns kaum auf dem Velo halten koennen. Wir erreichen die Ebene gegen 18:00 Uhr, wo die Carretera durch den Ausbruch des Hudson Vulkans im 1991 relativ eben gewalzt wurde und finden auch bald einen kleinen etwas versteckten Ort zum Campen. Der nächste Tag startet mit viiiiel Gegenwind, was auch nicht verwunderlich ist, da wir westwaerts fahren. Irgendwann wird es aber besser und wir erreichen den Portezuelo Río Cajon Cofré zur Mittagszeit und kooennen unsere Riesen-Sandwich mit super Sicht auf die Laguna Cofré mampfen. Das gibt Energie und so radeln wir gleich noch 36km weiter (Total 82km, alles auf Schotter) bis nach Bahia Murta am Lago General Carrera.

Die naechste Etappe ist zwar kurz (33km), doch es warteten einige giftige Anstiege auf uns… In Villa Río Tranquillo nehmen wir es dann auch zuerst ein mal tranquillo & machen abends einen Bootsauflug zur Capilla de Marmol (Block aus gebaendertem Marmor in dessen Basis das Wasser Grotten und Kanaele schuf, so dass es aussieht als ruhe eine Kuppel auf kunstvollen Marmorpfeilern). Da wir kurz vor Abfahrt dem Kapitain halfen, die Kette seines Fahrrads zu entklemmen, kamen wir zu Logenplaetzen und haben unsere Kameras deftig gefordert ;-)

Am andern Tag (immer noch bei super schoenem Wetter) fahren wir fuer einmal ohne Velo 55km rein ins Tal der Exploradores und machen von dort eine Wanderung auf den Gletscher Exploradores, der vom noerdlichen Inlandeisfeld herunterquillt. Ein unglaublich schoener Ausflug. Zuerst geht’s lange ueber Stock und Stein bis wir zum sauberen Teil des Gletschers kommen. Dort montieren wir die Steigeisen und wandern wie die wilden ueber das Eis. Ueberall entdecken wir glasklare Wasserloecher und blaue Gletscherschlunde. Wir bekommen gar nicht genug… Das Schoene: wir sind alleine (nur wir zwei gringos, unsere Guide und noch zwei Chileninnen, die fuer diese Agentur arbeiten)! So haben wir auch genug Zeit, um ein paar Eiskletter-Versuche zu starten. Das macht riesig Spass!!!

Nach einem weiteren Ruhetag fuehrt der Weg ueber diverse Auf und Abs nach Puerto Bertrand und weiter nach Cochrane. Hier zelten wir auf einem kleinen Camping mitten in der Stadt (oder Dorf?!?). Letzte Nacht hat’s dann so richtig runter geschuettet und auch beim spaeten Fruehstueck wurden wir heute nochmals ins Zelt getrieben. Angeblich soll es morgen aber besser werden. Das letzte Stueck der Carretera wartet auf uns. Am Samstag, 8. Maerz werden wir in Villa O’Higgins (Ende der Carretera Austral) die Faehre nehmen und uns auf den abenteuerlichen Weg nach El Chaltén in Argentinien machen. Wir sind echt froh, dass wir uns in Coyhaique entschieden haben, erst auf das 8. Maerz Boot zu gehen. Ansonsten haetten wir heute schon in Villa O’Higgins sein muessen, was zwar sicher machbar gewesen waere, aber was uns nicht die Zeit gelassen haette, diese traumhaft schoene Strecke so zu geniessen!!!

Die Fotos zu diesem Abschnitt findet ihr aquí

Hier noch ein paar Zahlen:

Wir senden euch ganz herzliche Gruesse! hasta luego

Dominik & Ivonne