El Calafate - Puerto Natales

Freitag, 28. Maerz 2008

El Calafate - Perito Moreno Glaciar - Puerto Natales - Torres del Paine - Puerto Natales

Für einmal starten wir mit zwei Fotos:


Aber von vorne…

Weil uns Calafate nicht gefaellt, packen wir unsere 7 Sachen und machen uns per Velo auf zum Perito Moreno Gletscher. Wir haben grosses Glueck mit dem Wind (d.h. fast kein Gegenwind) und kommen gut voran. Trotz allem sind wir nach den fast 80km bis zum Gletscher ziemlich auf den Felgen, doch es bleibt genug Energie, um den beruehmten Perito Moreno Gletscher, bzw. seine Abbruchkante, zu besichtigen. Der Perito Moreno Gletscher ist der einzige Gletscher, der noch taeglich waechst – trotz global warming. Da aber auch staendig sehr grosse Eisbrocken abbrechen, bleibt der Gletscher ungefaehr in der gleichen Laenge (weitere Infos speziell fuer Andle: http://de.wikipedia.org/wiki/Perito-Moreno-Gletscher). Wir haben Glueck und koennen mehrere dieser Abbrueche mitverfolgen. Wir wussten ja eigentlich, dass man im Park nicht uebernachten oder campen darf, doch mit muedem Blick, schlaffen Muskeln und ein paar netten Worten auf Spanisch versuchen wir, die Parkwaechter „umzustimmen“, was uns dann auch gelang. Abends gingen wir nochmals hoch zum Gletscher und dann konnten wir in der Einsamkeit den Gletscher richtig gut arbeiten hoeren. Ein Knacken da, ein Knallen da und wieder Eisbloecke, die ins Wasser fallen… Bei der Rueckfahrt nach Calafate profitieren wir von maechtigem Rueckenwind und schon bald stoppen wir bei der ersten Panadería, um die verdienten suessen Facturas zu verdruecken. Wir sinieren ueber eine eigene Factura-Baeckerei in Basel… Doch auch all diese suessen Leckereien machen uns Calafate nicht wirklich schmackhafter und wir wollen baldmoeglichst weg.

Wenn nicht dieses Streiffen des Hinterrades von Dome’s Velo waere… Wir schauen uns das etwas genauer an & entdecken mit Schrecken, dass es nicht an der Einstellung der Bremsen lag, sondern dass wir einen deftigen Felgenriss erlitten haben!!! Sofort machen wir uns auf zum einzigen Velogeschaeft und suchen nach einer neuen Felge. Nach der Demonstration seiner stabilsten Felge und der benoetigten Dauer des Einspeichens des Rades (3 Tage!!!) vertrauen wir doch lieber auf die defekte Felge. Mit viel Optimismus und einem Zweikomponentenkleber versuchen wir die Felge so zu flicken, dass wir zumindest bis nach Puerto Natales radeln koennen. Der Bremsen-Check der „Scheffin“ am Abend wirft einige Fragen und eine kleine Diskussion auf…. Sollen wir es wagen oder doch vernuenftig sein….?¿? Nach einer heissen Dusche entschliessen wir uns abends um acht schweren Herzens die Busverbindungen abzuchecken & so entstand das zweite Bild oben…!!! Nun blieb nur noch wenig Zeit, um vor den Feiertagen noch eine neue Felge zu organisieren. Zum Glueck konnten wir auf die sehr prompte und unkomplizierte Hilfe von Andreas im Transa Bike Basel zaehlen. Er schaffte es, das neue Rad noch vor Ostern auf der Post aufzugeben – super!!! An dieser Stelle ein HERZLICHES DANKESCHÖN!!!

Die Busfahrt nach Puerto Natales (5 Std. statt 3 Tage Fahrt) ertragen wir schweren Herzens in der Zuversicht, dass schon bald unser neues Rad in Natales eintreffen wird. Die Wartezeit ueberbruecken wir im Nationalpark Torres del Peine. Fuer einmal zu Fuss und beladen mit zwei grossen Rucksaecken machen wir uns auf in die patagonische Bergwelt. Unsere Muskeln waren zuerst zwar etwas verwirrt, doch von Tag zu Tag liefen wir „runder“ ;-)

Trotz schlechten Wetterprognosen erleben wir 6 wunderschoene Tage in diesem unglaublich eindruecklichen und abwechslungsreichen Nationalpark. Wir sahen die Torres, ueberquerten mit trockenen Fuessen reissende Fluesse, sahen den grauen Gletscher, der gar nicht grau ist, wanderten vom Italiener zum Briten und das alles im Franzosen, hatten schlaflose Naechte wegen soooooo viel Wind – doch die Frisur haelt, ähhhh Zelt und waren auf dem angeblich so ueberlaufenen „W“ haeufig fast alleine. Uebrigens: einziger Nachteil beim Wandern. Selbst mit viiiiiiiel Rueckenwind musst du noch selber laufen ;-)

Zurueck in der Zivilisation muessen wir erfahren, dass unser Paket seit 2 Tagen in Santiago am Zoll haengt. Die wollen viel Kohle, damit sie das Paket nach Natales weiterleiten…. So machen wir uns heute frueh sofort auf zur Bank, um die Zahlung zu taetigen. Cecilia hat uns noch gesagt, dass wir anstehen muessen, doch dass die Reihe bis weit ausserhalb der Bank reicht, haut uns fast um…. Zum Glueck muessen wir an einem anderen Schalter anstehen, wo die Reihe nur halb so lang ist und wir nach knapp dreiviertel Stunden unser Geld los sind… Wir sind zuversichtlich, dass wir am Montag unser Paeckli in Empfang nehmen koennen & dann endlich wieder weiterradeln koennen.

Immerhin ist Puerto Natales ganz okay fuer ein paar Ruhetage. Wir sind in einem super tollen Hostal mit dem besten Fruehstueck unserer Reise. Da gibt’s nicht nur selbstgemachtes Vollkornbrot, sondern auch noch Ruehrei, Schinken, Kaese, Cornflakes, heissi Schoggi und selbstgebackener Fruechtekuchen… Hmmm rico!!! Und gestern abend haben wir die ebenfalls beste Pizza von „town“ gegessen – als Abschluss des Trekkings zusammen mit Tom und Mark, die wir wiedermal zufaellig im Park getroffen haben!

Ob wir nach all dem feinen Essen ueberhaupt noch radeln koennen…..?¿?¿? Ihr erfahrt’s im naechsten Bericht.

Die Fotos zu diesem Bericht folgen in den naechsten Tagen – wir haben ja Zeit und wollen nicht alles am ersten Tag erledigt haben ;-)

Liebe Gruesse & hasta luego

dr Felge-Max & Ivonne