Puerto Natales - immer noch...

Dienstag, 1. April 2008

Puerto Natales - Postoffice - Puerto Natales - Postoffice - Puerto Natales - Fischerhafen…

Vorne vorweg wir warten immer noch…. Nachdem uns am Freitag gross versprochen wurde, dass das Päckchen am Montag sicher ankommen wird, mussten wir am Montag erfahren, dass es noch immer in Santiago liegt… Nun soll’s aber «sicher» am Mittwoch kommen…

Diese Wartezeit nuetzen wir, um Puerto Natales ausgiebig kennen zu lernen und so oeffnen sich ploetzlich neue Perspektiven. Wir haben wieder mal mehr Glueck als Verstand!!!

Doch alles der Reihe nach: Feines Fruehstueck, E-Mails checken, obligater Gang zum Postoffice… aktuelle Zeit 12:00 Uhr - und was nun?¿? Hmmm, heute mal Richtung Osten laufen?¿? Ja warum nicht… So schlendern wir dem Wasser entlang Richtung Osten und treffen auf den kleinen Fischerhafen von Puerto Natales. Neben verwahrlosten schon halb versoffenen Booten tuempeln baufaellige laengst zu ueberholende Barken. Doch der Hafen lebt und es hat auch ein paar funktionstuechtige Fischkutter und reges Treiben. Laden, entladen, Fischen mit Buechsen im oeligen Wasser (gibt wohl Oelsardinen…). Wir sind nicht in Eile, studieren die Bootsnamen und kommen bald ins Gespraech. Wahrscheinlich verirren sich nicht all zu viele Touristen hierhin. Schon bald sitzen wir bei José auf seiner «Condorita» und trinken mit seinen Kumpanen Maté. Fernando erzaehlt uns, dass er sechs Monate im Jahr auf der Antarktica de Chile verbringt. Er ist Pinguin-Forscher und dokumentiert seit Jahren im Auftrag der Regierung die dortige Population. Seine Geschichten sind unglaublich interessant und wir fragen ihn Loecher in den Bauch… Irgendwie muss er Gefallen an uns gefunden haben und etwas Mitleid wegen unserer Velogeschichte. Jedenfalls fragte er uns sehr spontan, ob wir nicht Lust haetten, ihn zu begleiten und ihn einen Monat lang zu unterstuetzen. Es sei halt manchmal schon etwas einsam. Zuerst wussten wir echt nicht, ob wir das erstens richtig verstanden haben auf Spanisch und ob er das zweitens ernst meint… Er gab aber gleich Vollgas und begann sogleich zu organisieren. Schliesslich brauchen wir eine Antarktis-taugliche Ausruestung… Mit ihm gehen wir von Haus zu Haus - zur Schwester seines Cousins, zum Schwager der Tante, zur Schwester der Nichte seines Nachbarns und zum Grossvater seiner Schwester (oder so) - und organisieren uns die gesamte Ausruestung. Nun steht nur noch der Grosseinkauf vor der Tuer, das Beladen des Schiffes und am Samstag geht’s los.

Mehr von uns hoert ihr somit wohl erst in einem Monat wieder, denn ausser einem Funkgeraet hat er nichts auf seiner Station.

Ein grosses Abenteuer wartet auf uns - wir sind unglaublich nervoes & gespannt. Und bis wir zurueck sind, ist hoffentlich auch das Rad eingetroffen ;-)

Einmal mehr ein riesen Vorteil, dass wir nicht all zu fest an unserer Reiseroute haengen und alles vorgeplant haben. Man soll die Feste feiern wie sie fallen - oder so ;-)

Seid ganz lieb gegruesst von den neuen Pinguin-Hilfsforschern!!!

Dominik & Ivonne