San Pedro de Atacama - Uyuni

Montag, 5. Mai 2008

San Pedro de Atacama - Toconao - Socaire - Lagunas Miscanti & Miñiques - Socaire - Toconao - San Pedro de Atacama - Laguna Colorada - Puerto Chuvica - Isla Inkahuasi - Uyuni

Nach den paar faulen Tagen in San Pedro bepackten wir unsere Stahlesel und radelten morgens frueh los Richtung Toconao. Obwohl die Strecke mehrheitlich flach und nur etwa 40km lang war, entschieden wir uns, nicht weiter zu fahren. Die Sonne brennte bereits morgens unglaublich fest und so sparten wir uns die 53km und die rund 900 Hoehenmeter bis zum naechsten Dorf, Socaire, auf fuer den naechsten Tag. Auch wenn die ganze Strecke geteert war, forderte uns vor allem der Aufstieg auf den letzten 15km ziemlich und wir waren froh, in Socaire auf 3200 Meter ueber Meer in einem warmen Bett uebernachten zu koennen. Am naechsten Tag ging’s auf Schotter hoch auf ein Hochplateau und von dort nochmals ziemlich steil rauf auf etwa 4140 Meter ueber Meer. Die Piste war auf diesen letzten paar Kilometern ziemlich sandig und steil und wir mussten bald alle 100 Meter kurz stoppen, um zu verschnaufen… und dann war es geschafft! Wir standen auf dem hoechsten Punkt & waren unglaublich gluecklich, dass wir es geschafft haben! Das erste mal mit dem Velo auf ueber 4100 gestrampelt & dann diese Aussicht auf die beiden wunderschoenen Lagunen Miscanti & Miñiques… Das ist ein unbeschreibliches Gefuehl!!!

Als Belohnung fuer die Anstrengungen genossen wir nach 14 Uhr, als alle Touri-Busse wieder abgezischt sind, die Ruhe und die wahnsinnig schoene Landschaft & uebernachteten in einem kleinen Refugio mit atemberaubender Sicht auf die Lagunen.

Die holprige Abfahrt nach Socaire und dann weiter auf Teer war ein Gaudi!!! Wieder in San Pedro angekommen, nahmen wir’s gemuetlich, schliefen aus, assen feine Schoggi-Schnaegge aus der franzoesischen Baeckerei, trafen uns zum «Kaffikraenzli» auf dem Parking bei Guidos coolem VW-Buessli, gingen fein essen & fuellten unsere Food-Tasche erneut auf.

Da wir den Parque Nacional de Eduardo Avaroa wahnsinnig gerne sehen wollten, uns aber diese Strecke mit den Velos definitiv nicht zutrauten, entschieden wir uns fuer eine 2-taegige Jeep-Tour rueber nach Bolivien zum Ufer des Salzsees. Die Tour fuehrte mehrmals ueber 4600 Meter ueber Meer und durch ein Labyrinth von sandigen Pisten. Hut ab vor allen, die diese Strecke mit dem Velo bewaeltigen!!! Wir fuhren vorbei an der Laguna Blanca, weiter zur Laguna Verde, nahmen ein Bad im Thermalpool beim Salar de Chalviri, fuhren hoch zum Geysirfeld Sol de Mañana und dann runter zur Laguna Colorada, die aber noch immer etwa auf 4200 Meter ueber Meer liegt. Die Laguna Colorada erscheint in unglaublichen Farben…!!! Zum Glueck verbringen wir dort den ganzen Nachmittag & die Nacht und koennen so ewig lange dem Ufer entlang spazieren und die Eindruecke versuchen, aufzunehmen. Das Tempo dieser Jeep-Tour war uns als Velofahrer definitiv zu hoch…

Nach einer kalten Nacht ging’s am anderen Morgen weiter zum Arbol de Piedra, zur Laguna Honda und Herionda, durch ein Tal mit bizarren Steinformationen und zum Zmittag ins Doerfchen Alota. Nachmittags fuhren wir durch ein Tal mit vielen Lamas und kamen am spaeteren Nachmittag am zweiten Uebernachtungsort in Puerto Chuvica an. Dort mussten wir erfahren, dass der zweite Jeep mit Dominiks Velo direkt nach Uyuni fuhr…. So legten wir kurzerhand einen Ruhetag in Puerto Chuvica ein, den wir mit Kartenspielen und Kaktuszaehlen am Huegel hinter dem Hostal verbrachten. Und am naechsten Abend kam dann tatsaechlich auch Dominiks Bike heil in Puerto Chuvica an.

Somit konnte es losgehen…. Der Salar de Uyuni / Tunupa, der groesste Salzsee, wartete auf uns. Der Salzsee liegt auf rund 3600 Meter ueber Meer und ist seit ein paar Wochen komplett trocken und somit per Velo gut zu ueberqueren. Das Tagesziel war die Insel Incahuasi, welche wir ohne Probleme fanden. Das Radeln auf dieser riesigen Salzpfanne war anfangs etwas holperig, doch machte riesen Spass. Immer wieder halten wir, um Fotos zu schiessen. Die Insel war uns dann etwas ueberlaufen von all den Jeep-Touren-Touris und wir verzogen uns in eine ruhige Bucht bis der Grossansturm durch war. Riesige Kakteen und Korallenfelsen praegen das Bild der schoenen Insel. Abends campten wir in einer Bucht der Insel auf dem Salar. Dies kostete zwar ein paar Heringe, doch das Erlebnis war einzigartig. Die Abendstimmung und die Farben des Sonnenuntergangs waren trotz Bewoelkung traumhaft wenn nicht sogar ziemlich kitschig. Frueh kuschelten wir uns in unsere Schlafsaecke und waren doch etwas erstaunt, dass unser Thermometer morgens -6 Grad im Zelt anzeigte!

Dick eingepackt erwarteten wir den Sonnenaufgang und genossen die ersten waermenden Sonnenstrahlen auf diesem endlosen Weiss. Die heutige Etappe fuehrte knapp 80km quer ueber den Salzsee bis nach Colchani. Die Piste war groesstenteils super flach und wir radelten fast wie auf Teer. Die letzten 20km von Colchani bis nach Uyuni waren dann wieder «feinste» Wellblech-Sand-Schotterpiste und wohl ein guter Einstieg in die Bolivianischen Strassenbaukuenste.

Hier in Uyuni trafen wir Rebecca & Paescu, zwei Schweizer Radler, die wir bereits bei der Laguna Blanca kennen lernten. Leider mussten sie wegen einer Krankheit die Lagunenroute abbrechen. Gemeinsam verbrachten wir zwei tolle Znacht mit Pizza beim Minuteman und machten einen Ausflug zum Eisenbahnfriedhof etwas ausserhalb von Uyuni. Ihre Reise fuehrt nun leider in eine andere Richtung…

Da uns «nur» noch 2 Monate bleiben, sind wir nun am Ueberlegen, welche Teilstrecken wir auf dem Weg nach Lima noch per Rad zuruecklegen koennen und wo wir auf den Bus umsteigen sollten/muessen/wollen.

Wir haben gehoert, dass bei euch in der Schweiz so langsam der Sommer anfaengt… Hier auf dem bolivianischen Altiplano ist es ziemlich frisch, was ja auch kein Wunder ist bei dieser Hoehe. Tagsueber scheint zwar die Sonne, doch kurzaermliges Fahren ist nicht mehr angesagt. Und nachts wird es frostig kalt.

Wir freuen uns auf ein weiteres Abenteuer in einem neuen Land…

Fotos zu diesem Bericht findet ihr hier

Herzliche Gruesse

Dominik & Ivonne