Norwegen 2009

12. Juni - 5. Juli 2009

Von Bodø mit der Hurtigrute nach Tromsø und dann mit den Velos über die Versterålen und Lofoten wieder zurück nach Bodø. Das war zumindest der Plan für unsere dreiwöchige Norwegen-Veloreise. Es kam anders…

Planmässig kamen wir inklusive dem Gepäck und den Velos am Freitag Abend in Bodø an und nahmen am folgenden Tag die Hurtigrute nordwärts. 24 Stunden verbrachten wir bei stets schlechter werdendem Wetter an Bord der MS Richard With, bis wir am Sonntag Nachmittag in Tromsø ankamen. Schnell ins Tourismusbüro, um uns mit Kartenmaterial einzudecken & dann kann’s losgehen. Dachten wir! Als wir wieder raus kamen, staunten wir nicht schlecht… Dominik’s voll beladenes Velo war weg!!!

Und so verbrachten wir die ersten Tage in Tromsø mit dem Besuch der Polizei und der Suche nach dem Velo oder zumindest einem Teil des Gepäckes. Gleichzeitig checkten wir die diversen Sportläden nach Ersatzmaterial ab, kauften die nötigsten Dinge und machten uns erste Gedanken über den weiteren Verlauf unserer Reise. In der Lokalzeitung schalteten wir eine Suchanzeige und verteilten Flugblätter in den Strassen. Leider alles vergebens! Wir wollten uns unsere Ferien aber trotzdem nicht verderben lassen & versuchten, das beste aus der Situation zu machen. Claude vom Tourismusbüro war uns sehr behilflich was die weitere Reiseplanung betraf und Arne von unserer Unterkunft organisierte uns ein Zelt, Kocher und Kochgeschirr, welches wir für die Reise ausleihen konnten. Und so gingen wir am Donnerstag Abend erneut an Bord eines Hurtigruten Schiffes, diesmal südwärts bis Risøyhamn und nun mit herrlichem Wetter.

In Risøyhamn erwartete uns gleich die Dame vom Fahrradverleih mit einem tollen Dreigänger-Damenrad mit Gepäckkörbli am Lenker. Genau das richtige für Fahrradreisen in Norwegen! Mit leichter Improvisation montierten wir das Gepäck auf den beiden Velos und radelten mit grossem Enthusiasmus an der Westküste nordwärts in Richtung Andenes. Nach 10km erreichten wir die Fahrradvermietstation, wo wir den „Damen-Töffli-Sattel“ gegen einen normalen Sattel tauschen und Luft pumpen konnten. Nun konnte uns eigentlich nichts mehr bremsen und wir geniessen die wunderschöne Strecke der Küste entlang. Endlich auf dem Rad, Freiheit pur - auf dieses Gefühl haben wir uns so sehr gefreut!!! Jetzt bestimmen wieder wir selbst das Tempo, saugen die Landschaft in uns auf und lassen den Arbeitsalltag mit jeder Pedalumdrehung weiter hinter uns!

Doch das wiedererlangte Glücksgefühl währt nicht lange und schon bald sinkt die Motivationskurve wieder drastisch gegen null – so wie auch der Luftdruck in Dominiks Hinterreifen! Plattfuss!!! Das Werk- und Flickzeug vermissen wir nun schon das erste mal… Weiter geht’s nur per Autostopp und zwar auf dem direkten Weg zurück. Für den Moment haben wir genug vom Dreigang-Damenrad, welches wohl auch einem zweiten Versuch nicht standgehalten hätte. So geben wir das Rad wieder zurück und nehmen den Bus nach Andenes.

In Andenes stellen wir auf dem schönen Camping direkt am Meer Arnes Zelt auf, das auch gleich auf seine Windfestigkeit geprüft wird. Es besteht den Test mit Bravour, auch wenn wir die erste Nacht im fremden Zelt wegen dem stetigen Geflatter und Tageslicht nur mit wenig erholsamemSchlaf verbringen. Wegen dem starken Wind können wir die geplante Wal-Beobachtungstour auf hoher See nicht machen und besuchen stattdessen das Museum.

Mit dem Bus fahren wir nach Svolvær auf den Lofoten und können dort ein halbwegs taugliches Velo mieten. Es bleiben uns 10 Tage, um die Lofoten mit den Velos zu erkunden. Bei Wind, Regen und ganz viel Sonnenschein geniessen wir das norwegische Flair mit den zahlreichen malerischen Fischerdörfchen, den eindrücklichen Fjorden und den weissen Sandstränden. Die zerklüfteten Berge laden uns auch immer wieder zu einer Wanderung ein. Wir übernachten an lauschigen und einsamen Orten im Zelt, in einfachen Rorbuer Fischerhütten, auf Campingplätzen oder in Herbergen. Während den ganzen drei Wochen geht die Sonne nie unter und wir erleben immer wieder die spektakuläre Mitternachtsonnenstimmung. Am Anfang ist es schon komisch, bei Sonnenschein ins Bett zu gehen. Irgendwie gewöhnen wir uns aber sehr schnell daran. Das Zeitgefühl geht hingegen etwas verloren. So kann man abends um 23h00 noch ohne Sorgen zu einer Wanderung aufbrechen, man sollte nur die Sonnencrème nicht vergessen!

Was wir sonst noch alles erlebt haben, erzählen wir euch gerne mal persönlich. Eine Auswahl an Bildern zu unserer Norwegen-Reise findet ihr hier.